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Dienstag, 30. Juni 2020



Sonntag, 29. März 2020


Mittwoch, 6. Mai 2020 um 20:12:31 von Kulturpool Redaktion

Europatag - 9. Mai 2020

Anlass
Europatag 2020

Der Europatag 2020 am 9. Mai wurde heuer im Rahmen mittels eines online Live Stream mehrerer Jubiläen gedacht:

250 Jahre Beethoven Geburtstag
215 Jahre Schiller Todestag (9. Mai 1805)
75 Jahre UN – Vereinte Nationen
70 Jahre Schuman Erklärung und
25 Jahre Österreich bei der EU

Die Veranstaltung ist nachsehbar via Live Stream: https://www.youtube.com/watch?v=iZqwebyXC7g&t=990s

Eine einstündige Feier mit einer eigens arrangierten Version der Ode an die Freude aus Beethovens 9. Symphonie mit 9 aus diversen europäischen Ländern stammenden MusikerInnen, die mehrere musikalische Genres betreffen. Von Klassik über Balkan Jazz bis Elektronik soll der Facettenreichtum Europas sich auch musikalisch widerspiegeln.

Neben der musikalischen Uraufführung werden die MusikerInnen im Live Stream über Eindrücke und Lebenssituationen aus ihren Heimatländern erzählen und wie die Phase der Einschränkungen und Quarantäne sie beeinflusste.

Mit Gratulationen und Botschaften von UN Generalsekretär Guterres, HVRP Borell, BM Schallenberg, FSTS Lunacek sowie weiteren Gästen wurde versucht, eine besondere Mischung und Verbindung aus diplomatischen Statements, künstlerischen Positionen und Impulsen dieser Zeit aufzuzeigen und die anstehenden Jubiläen aus vielschichtigen Sichtweisen zu präsentieren.

Vereinte Nationen „Besichtigung der Baustelle der Wiener UNO-City“
Tag der Vereinten Nationen in Wien
Franz Blaha, Fotografie 26. Juni 1946
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Besichtigung der Baustelle der Wiener UNO-City
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

“Eröffnung mit Kardinal König" Generalversammlung der UNO

Eröffnung mit Kardinal König
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Generalversammlung der UNO
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Celebrating Birthdays of People & Institutions

SATURDAY MORNING LIVE
09. MAY 2020 – 11AM (CEST/VIENNA)

TOGETHER as ONE
9th May – 9 Artists – 9th Symphony

Celebrating the Europe Day

25 years of Austria in the European Union
70 years of Schuman Declaration
75 years of United Nations
250th birthday of Beethoven

“Die feindlichen Gewalten" Beethoven

Beethoven-Fries: Detail aus "Die feindlichen Gewalten"
Klimt, Gustav 1902
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Ferdinand Georg Waldmüller (Zugeschrieben an), 1793 Wien - 1865 Hinterbrühl bei Wien
Portrait Ludwig van Beethoven
Kunsthistorisches Museum Wien, Sammlung alter Musikinstrumente

  1. Live Stream – LIVING ROOM CELEBRATION & Cultural Orchestration

The artistic content of the event is an orchestration and a mix of artistic relay race & special arrangement performing the Ode to Joy of the 9th Symphony by 9 Artists in changing circles. Every artist, from different EU Member States, is coming from another genre in music from classic to pop, jazz, electronic etc. The production is a unique piece of performing the European Anthem which is brought for the first time as an artistic relay race, symbolizing the circulation, solidarity, creativity within the European Union. Also, part of this performance is a signed language interpreter.

– Official statements from

UN Secretary General Antonio Guterres
EU High Representative for Foreign Affairs and Security Policy/Vice-President of the European Commission Josep Borrell
Austrian Federal Minister for European and International Affairs Alexander Schallenberg
State Secretary for Arts and Culture Ulrike Lunacek

– Short Live Talks with artists originally from all over the EU about the European Solidarity and life in difficult times during confinement. Short insight in people’s special experiences, inspirations, changes in the day-to-day lives and how it feels to be a European.

The Arrangement for the Ode to Joy Performance is made from Konstantin Wladigeroff.
We thank following artists for their contribution, spirit, and time:

Konstantin Wladigeroff, Piano & Arrangement (Bulgaria)
Alexander Wladigeroff – Trumpet, Percussions Balkan Jazz (Bulgaria)
Anna Veselova – Violoncello/Classic (Latvia)
Floris Willem – Violin /Classic (Belgium)
Karin Waldburger – Tenor Saxophone /Jazz (Germany)
Hannah Debono – Flute /Classic (Malta)
Alice Schneider – Voice /Pop (France/Autriche)
Paul Schweinester – Tenor /Opera (Austria)
Christian Reiner – Word/Poetry/Performance (Germany)
Matthias Schönauer – Electronics/Electronic Music (Sweden/Austria)
Hanna Boesch – Sign Language Interpretation of the Ode to Joy
Sofia Taliani – Music Cookbook Instructions

See more about the Live Stream:

http://europa.eu/!ht88BD

have a look into it and bring yourself Europe at home, prepare your personal MATINÈE with Italien Prosecco, French Wine & Cheese, Greek and Spanish Olives, Swedish Snaks & Danish Cookies, German Car Keys in the Days of Confinement, Latvian Tea, Belgium Chocolate, Finish Boots, and Irish sense for the music and arts, Croatian Weather..

Zum Werdegang des Europatages:

Die Schuman-Erklärung – 9. Mai 1950

Am 9. Mai 1950 schlug der französische Außenminister Robert Schuman in einer Rede die Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) vor, deren Mitglieder ihre Kohle- und Stahlproduktion zusammenlegen sollten.

Die EGKS (Gründungsmitglieder: Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Belgien und Luxemburg) war die erste einer Reihe supranationaler europäischer Institutionen, die schließlich zur heutigen Europäischen Union wurden.

Historischer Hintergrund

Im Jahr der Schuman-Erklärung kämpften sich die europäischen Nationen noch mühsam aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs hervor, der erst fünf Jahre zuvor zu Ende gegangen war.

Um weiteren Kriegen vorzubeugen, einigten sich die Regierungen einiger europäischer Länder darauf, ihre Kohle- und Stahlproduktion zusammenzulegen. Auf diese Weise wollten sie einen weiteren Krieg zwischen den Erzrivalen Frankreich und Deutschland nach dem Wortlaut der Schuman-Erklärung „nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich“ machen.

Sie gingen zu Recht davon aus, dass ein Zusammenschluss ihrer wirtschaftlichen Interessen eine Erhöhung des Lebensstandards zur Folge haben würde. Der erste Schritt zu einem geeinten Europa war getan. Die Mitgliedschaft in der EGKS stand auch anderen Ländern offen.
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Vollständiger Wortlaut der Schuman-Erklärung

Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.
Der Beitrag, den ein organisiertes und lebendiges Europa für die Zivilisation leisten kann, ist unerläßlich für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen. Frankreich, das sich seit mehr als zwanzig Jahren zum Vorkämpfer eines Vereinten Europas macht, hat immer als wesentliches Ziel gehabt, dem Frieden zu dienen. Europa ist nicht zustande gekommen, wir haben den Krieg gehabt.

Europa läßt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung: Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen. Die Vereinigung der europäischen Nationen erfordert, daß der Jahrhunderte alte Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland ausgelöscht wird. Das begonnene Werk muß in erster Linie Deutschland und Frankreich erfassen.

Zu diesem Zweck schlägt die französische Regierung vor, in einem begrenzten, doch entscheidenden Punkt sofort zur Tat zu schreiten.
Die französische Regierung schlägt vor, die Gesamtheit der französisch-deutschen Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen Hohen Behörde zu unterstellen, in einer Organisation, die den anderen europäischen Ländern zum Beitritt offensteht. Die Zusammenlegung der Kohle- und Stahlproduktion wird sofort die Schaffung gemeinsamer Grundlagen für die wirtschaftliche Entwicklung sichern - die erste Etappe der europäischen Föderation - und die Bestimmung jener Gebiete ändern, die lange Zeit der Herstellung von Waffen gewidmet waren, deren sicherste Opfer sie gewesen sind.

Die Solidarität der Produktion, die so geschaffen wird, wird bekunden, daß jeder Krieg zwischen Frankreich und Deutschland nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich ist. Die Schaffung dieser mächtigen Produktionsgemeinschaft, die allen Ländern offensteht, die daran teilnehmen wollen, mit dem Zweck, allen Ländern, die sie umfaßt, die notwendigen Grundstoffe für ihre industrielle Produktion zu gleichen Bedingungen zu liefern, wird die realen Fundamente zu ihrer wirtschaftlichen Vereinigung legen.
Diese Produktion wird der gesamten Welt ohne Unterschied und Ausnahme zur Verfügung gestellt werden, um zur Hebung des Lebensstandards und zur Förderung der Werke des Friedens beizutragen. Europa wird dann mit vermehrten Mitteln die Verwirklichung einer seiner wesentlichsten Aufgaben verfolgen können: die Entwicklung des afrikanischen Erdteils. So wird einfach und rasch die Zusammenfassung der Interessen verwirklicht, die für die Schaffung einer Wirtschaftsgemeinschaft unerläßlich ist und das Ferment einer weiteren und tieferen Gemeinschaft der Länder einschließt, die lange Zeit durch blutige Fehden getrennt waren.

Durch die Zusammenlegung der Grundindustrien und die Errichtung einer neuen Hohen Behörde, deren Entscheidungen für Frankreich, Deutschland und die anderen teilnehmenden Länder bindend sein werden, wird dieser Vorschlag den ersten Grundstein einer europäischen Föderation bilden, die zur Bewahrung des Friedens unerläßlich ist.
Um die Verwirklichung der so umrissenen Ziele zu betreiben, ist die französische Regierung bereit, Verhandlungen auf den folgenden Grundlagen aufzunehmen.

Die der gemeinsamen Hohen Behörde übertragene Aufgabe wird sein, in kürzester Frist sicherzustellen: die Modernisierung der Produktion und die Verbesserung der Qualität, die Lieferung von Stahl und Kohle auf dem französischen und deutschen Markt sowie auf dem aller beteiligten Länder zu den gleichen Bedingungen, die Entwicklung der gemeinsamen Ausfuhr nach den anderen Ländern, den Ausgleich im Fortschritt der Lebensbedingungen der Arbeiterschaft dieser Industrien.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen in Anbetracht der sehr verschiedenen Produktionsbedingungen, in denen sich die beteiligten Länder tatsächlich befinden, vorübergehend gewisse Vorkehrungen getroffen werden, und zwar: die Anwendung eines Produktions- und Investitionsplanes, die Einrichtung von Preisausgleichsmechanismen und die Bildung eines Konvertierbarkeits-Fonds, der die Rationalisierung der Produktion erleichtert. Die Ein- und Ausfuhr von Kohle und Stahl zwischen den Teilnehmerländern wird sofort von aller Zollpflicht befreit und darf nicht nach verschiedenen Frachttarifen behandelt werden. Nach und nach werden sich so die Bedingungen herausbilden, die dann von selbst die rationellste Verteilung der Produktion auf dem höchsten Leistungsniveau gewährleisten.

Im Gegensatz zu einem internationalen Kartell, das nach einer Aufteilung und Ausbeutung der nationalen Märkte durch einschränkende Praktiken und die Aufrechterhaltung hoher Profite strebt, wird die geplante Organisation die Verschmelzung der Märkte und die Ausdehnung der Produktion gewährleisten.
Die Grundsätze und wesentlichen Vertragspunkte, die hiermit umrissen sind, sollen Gegenstand eines Vertrages werden, der von den Staaten unterzeichnet und durch die Parlamente ratifiziert wird. Die Verhandlungen, die zur Ausarbeitung der Ausführungsbestimmungen unerläßlich sind, werden mit Hilfe eines Schiedsrichters geführt werden, der durch ein gemeinsames Abkommen ernannt wird. Dieser Schiedsrichter wird darüber zu wachen haben, daß die Abkommen den Grundsätzen entsprechen, und hat im Falle eines unausgleichbaren Gegensatzes die endgültige Lösung zu bestimmen, die dann angenommen werden wird.

Die gemeinsame Hohe Behörde, die mit der Funktion der ganzen Verwaltung betraut ist, wird sich aus unabhängigen Persönlichkeiten zusammensetzen, die auf paritätischer Grundlage von den Regierungen ernannt werden. Durch ein gemeinsames Abkommen wird von den Regierungen ein Präsident gewählt, dessen Entscheidungen in Frankreich, in Deutschland und den anderen Teilnehmerländern bindend sind. Geeignete Vorkehrungen werden Einspruchsmöglichkeiten gegen die Entscheidungen der Hohen Behörde gewährleisten.
Ein Vertreter der Vereinten Nationen bei dieser Behörde wird damit beauftragt, zweimal jährlich einen öffentlichen Bericht an die Organisation der Vereinten Nationen zu erstatten, der über die Tätigkeit des neuen Organismus, besonders was die Wahrung seiner friedlichen Ziele betrifft, Rechenschaft gibt.

Die Einrichtung einer Hohen Behörde präjudiziert in keiner Weise die Frage des Eigentums an den Betrieben. In Erfüllung ihrer Aufgabe wird die gemeinsame Hohe Behörde die Vollmachten berücksichtigen, die der Internationalen Ruhrbehörde übertragen sind, ebenso wie die Verpflichtungen jeder Art, die Deutschland auferlegt sind, so lange diese bestehen.

https://europa.eu/european-union/about-eu/symbols/europe-day/schuman-declaration_de