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Mittwoch, 14. Februar 2018



Donnerstag, 7. Dezember 2017


Dienstag, 23. Januar 2018 um 17:56:33 von Kulturpool Redaktion

Jubiläumsjahr 2018 - Teil 1


Besondere Jahre zeichnen sich dadurch aus, dass sich in ihnen eine Fülle an Ereignissen manifestieren, die herangezogen werden, um ein Zeitalter als Epoche zu definieren. Eine starke historische Zäsur erfüllt das Jahr 1918. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges vollzog sich ein politischer Umbruch, der eine jahrhundertealte Dynastie in den Ruhestand versetzte und eine Neugründung der politischen und gesellschaftlichen Grundlagen mit sich brachte. Die Ausrufung der Republik versprach den Einstieg in ein neues selbstbestimmteres Zeitalter. Neben den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, kann aber auch eine künstlerische Zäsur gesetzt werden, da in diesem Jahr das Werk und Leben der wichtigsten Protagonisten der Wiener Moderne endete.



“Otto Wagner Portrait“

“Gustav Klimt Portrait“

Gleich vier herausragende Kräfte verstarben im Laufe des Jahres 1918. Unter Ihnen Otto Wagner, als einer der bedeutendsten Architekten Österreichs, Koloman Moser, als Mitbegründer der Wiener Secession, Herausgeber der Kunstzeitschrift Ver Sacrum, sowie ebenfalls Mitbegründer der Wiener Werkstätte. Er galt als einer der bedeutendsten Künstler des Wien um die Jahrhundertwende.

Gustav Klimt, bekanntester Maler des Wiener Jugendstils und einer der weltweit beliebtesten und bekanntesten Maler überhaupt verstarb schon im Februar des Jahres 1918 durch einen Schlaganfall. Im Oktober verstarb Egon Schiele, Ikone des österreichischen Expressionismus, an der Spanischen Grippe.

Alle vier Künstlerpersönlichkeiten stehen im Zentrum der Bemühungen dem Jubiläumsjahr durch vielzählige Ausstellungen Rechnung zu tragen, die im Laufe des Jahres in den unterschiedlichsten Museen mit jeweils ihrem eigenen Fokus und perspektivischer Ausrichtung auf einerseits das Ende einer Epoche andererseits auf den Anfang eines neu sich gestaltenden Zeitalters eröffnen werden.

Insofern kann es, im Hinblick auf die Zeit, die Werke und Persönlichkeiten, denen die folgenden Ausstellungen gewidmet sind, als passend und bestätigend angesehen werden, dass die Europäische Union das Jahr „2018“ als das Europäische Jahr des Kulturerbes ausgerufen hat, was sich in einer Vielzahl an Veranstaltungen manifestiert und erleben lässt. Besonders für Österreich ist es im Hinblick auf das Jubiläumsjahr als Rückblick auf das kulturelle Schaffen als auch die politischen Entwicklungen jedenfalls ein Meilenstein von geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Relevanz.


Anlass
Die Wiener Moderne


Die Wiener Moderne



“Loos Haus Poster“
FOTO: Otto Wagner

“Klimt Secession Ausstellung“
FOTO: Klimt Ausstellung Secession

“Gallerie Miethke Poster“
FOTO: Poster Gallerie Miethke

Die Epoche vor dem Ersten Weltkrieg, von etwa 1890 bis 1910 wird als die Wiener Moderne bezeichnet und meint damit das Wiener Kulturleben in der Residenzstadt um die Jahrhundertwende. Wien um 1900 und ähnliche Begriffe haben sich auch etabliert, die die Donaumonarchie in ihrer Blütezeit beschreibt mit ihren Protagonisten aus Philosophie, Malerei, Architektur, Musik und Literatur, Mathematik, Medizin und den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Aus der Vielzahl an Begegnungen und Bewegungen entstand in diesem Kreis und Austausch auch die Vereinigungen der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte. Klimt galt hierbei als ein Vorreiter, Schiele und Kokoschka sind als weitere herausragende Maler, die wohl international prominentesten Vertreter der Wiener Moderne, des Jugendstils und des Expressionismus (Schiele, Kokoschka).

Otto Wagner und Adolf Loos prägten die neue Architektur. Wagners Schrift mit dem Titel Moderne Architektur von 1895, war der Ausruf in eine Ära des technischen Fortschrittes und das Ende der Wiener Bauphase des Historismus, der für die stilistische Prägung der Bauten der Wiener Ringstraße im neugriechischen, neurömischen und neubarocken Stil verantwortlich war.



“Otto Wagner Portrait“
FOTO: Otto Wagner

Otto Koloman Wagner, geboren 1841 und verstorben am 11. April 1918 in Wien war der bedeutendste österreichische Architekt, Architekturtheoretiker und Stadtplaner Wiens in der Belle Epoque bzw. um das Fin de siècle. Seine Jugendstilbauten, seine universitäre Tätigkeit und seine Schriften über Stadtplanung verhalfen ihm in den 1890er Jahren zu Weltgeltung.

Koloman Moser, (auch Kolo Moser genannt) geboren 1868 in Wien, verstorben am 18. Oktober 1918 ebenda, war ein österreichischer Maler, Grafiker und Kunsthandwerker. 1897 war Moser Mitbegründer der Wiener Secession, für deren Zeitschrift Ver Sacrum er ca. 140 Illustrationen beisteuerte und deren Ausstellungen maßgeblich von ihm gestaltet wurden. 1903 gründete Josef Hoffmann gemeinsam mit Kolo Moser und dem Industriellen Fritz Wärndorfer die Wiener Werkstätte. Kolo Moser war einer der bedeutendsten Künstler in Wien um die Jahrhundertwende. Er zählt zu den führenden Vertretern des Jugendstils.

“Kolo Moser Portrait“
FOTO: Kolo Moser

“Gustav Klimt d'Ora Portrait“
FOTO: Gustav Klimt

Gustav Klimt, geboren 1862 in Baumgarten bei Wien (liegt heute im 14. Bezirk Wiens), gestorben am 6. Februar 1918 in Wien Alsergrund, war ein bedeutender österreichischer Malerund einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils. Klimt ist zweifellos der bedeutendste Künstler des Jugendstils in Österreich, nimmt aber auch im internationalen Maßstab eine Spitzenstellung ein. Dennoch wurde sein Werk besonders in der deutschsprachigen Kunstkritik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilweise völlig ignoriert oder als reine Dekorationsmalerei abgetan. Erst später wurde seine statische Flächenhaftigkeit und seine ornamentale Abstraktion als richtungsweisend für die Entwicklung der modernen Malerei erkannt (Kubismus, abstrakte Malerei). Darüber hinaus förderte er junge Künstler wie Egon Schiele oder Oskar Kokoschka und leistete damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Moderne. Klimt war Präsident der Wiener Secession, Künstler der Wiener Werkstätten.

Egon Leo Schiele, geboren 1890 in Tulln an der Donau, Niederösterreich, gestorben am 31. Oktober in Wien an der Spanischen Grippe, war ein österreichischer Maler des Expressionismus. Neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zählt er zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne.

Schieles Werke erzielen auf internationalen Auktionen heute Höchstpreise. In Museen weltweit sind seine Bilder hochbegehrt, denn sie finden ungeachtet seiner künstlerischen Genialität durch Schieles Ruf als „Frühvollendeter“ Bewunderung. Die größten Sammlungen von Schiele-Werken befindet sich in Wiener Museen, wie dem Leopold Museum, dem Belvedere und der Albertina. Neben den zahlreichen Selbstbildnissen ist Schiele vor allem für seine Akte, die fast ausschließlich Frauen und Kinder zeigen, bekannt. Aber auch seine Landschafts- und Städtebilder erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

“Egon Schiele Portrait“
FOTO: Egon Schiele